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Bernhard Högner

"Das System steckt viel weg"

Pfluglos glücklich

Reportage Andreas Frangenberg

Seit 1647 ist der urkundlich erstmals um 1200 erwähnte Wolfmair Hof in Unter-brunn, Gemeinde Gauting bei München, im Familienbesitz. Das Erbe zu erhalten und für die Zukunft fit zu machen, das war ein Ziel des heutigen Betriebsleiters Bernhard Högner. Und er ist auf einem guten Weg. Der Betrieb hat sich positiv entwickelt und wird mit großem Erfolg seit 15 Jahren konsequent pfluglos bewirtschaftet. Wir haben uns mit dem Landwirt unterhalten.

Ein ortsansässiger Betrieb und Pionier in der pfluglosen Bewirtschaftung hat ihn damals neugierig gemacht: In den1980er Jahren habe der dortige Betriebsleiter begonnen, sich mit der pfluglosen Bewirtschaftung zu befassen. „Das war für mich von Beginn an ein spannendes Leitbild“, sagt der 1960 geborene Bernhard Högner. Er ist schon früh mit in die Leitung des damals kaum überlebensfähigen Betriebs hineingewachsen und hat deshalb zunächst eine Ausbildung als Landmaschinenmechaniker und dann eine landwirtschaftliche Lehre absolviert. Danach folgten noch der Besuch der Fachschule und der Abschluss als staatlich geprüfter Landwirt.

Heute umfasst der Wolfmair Hof 150 Hektar Ackerland und 14 Hektar Wald. Auf den Feldern baut Högner Körnermais, Sommergerste, Raps und Winterweizen an. Der Betrieb liegt kurz vor der Grenze zu reinen Grünlandstandorten, erwirtschaftet aber beim Weizen dank der teils guten Böden und 900 bis 1.100 mm Niederschlag im Jahr Durchschnittserträge von 80 bis 90 dt/ha. „Die sehr reichliche Wasserversorgung bringt allerdings zum Teil auch schwierige Druschbedingungen mit sich“, berichtet der Landwirt.

Der Vater von drei Kindern mag es, mit Technik umzugehen und draußen sein zu können. „Es ist immer wieder schön, die Natur auf ihrem Weg durch das Jahr mitzu-erleben und zu gestalten. Sehr bedrückend finde ich dagegen, wie die Kommunikation über die Landwirtschaft heute in den Medien abläuft.“ Die mangelnde Akzeptanz in der Gesellschaft belastet den Landwirt, der über lange Zeit auch im Vorstand der Orts- und Kreisbauernschaft aktiv war. „Das Umfeld ist derzeit schwierig, aber ich würde diesen Beruf jederzeit wieder wählen“, ist Bernhard Högner überzeugt.

Erste Gehversuche mit Mulchsaat

„Wir setzen seit vielen Jahren auf überbetriebliche Kooperation und erledigen mit Saat, Pflanzenschutz und Ernte auch den kompletten Ackerbau für andere Betriebe, berichtet er. Einschließlich der eigenen Flächen bewirtschaftet Högner so jedes Jahr rund 280 Hektar. Vor rund 15 Jahren habe die Anschaffung eines neuen Traktors angestanden, und auch einen neuen Pflug hätte der Betrieb gebraucht. „Das war für uns der Wendepunkt: Anstelle von Traktor und Pflug haben wir uns für einen Grubber und eine Horsch Pronto entschieden und unsere Bewirtschaftung komplett auf Mulchsaat umgestellt. Mehr Zwischenfrüchte, viel mehr Regenwürmer und eine hervorragende Bodengare kennzeichnen unsere Flächen seither.“

Mit steter Weiterbildung, Mitgliedschaft in der Gesellschaft für konservierende Bo-denbearbeitung und fachlichem Austausch sorgt Högner dafür, dass er immer auf dem aktuellen Stand ist. „Neben der intakten Bodenstruktur und dem reichen Bodenleben gilt allerdings auch, dass die Jährige Rispe uns eine ganze Zeit lang arge Probleme bereitet hat. Bei normaler Mähtechnik sinkt deshalb die Dreschgeschwindigkeit deutlich, und irgendwann bleiben die Messer einfach stehen“, erzählt Bernhard Högner von dem in den ersten Mulchsaatjahren fälligen Lehrgeld.

Entlastung für das Nervenkostüm

Vor sieben Jahren hat der für eine Saison gemietete New Holland Rotor-Mähdrescher den Högners den ersten Teil der Lösung für die schwierigen Erntebedingungen eröffnet. „Der CR 9070 mit 7,32 Metern Schnittbreite hat sich in dem Probejahr gut bewährt. Allerdings ist die Mähtechnik zum Teil doch an Grenzen gestoßen. Deshalb haben wir uns nach diesem Jahr einerseits zum Kauf des Mähdreschers und andererseits nach zunehmendem Verschleiß der originalen Mähmesser und Finger zur Umrüstung auf das Schumacher-System entschieden, von dem wir schon viel Gutes gehört hatten. Ausschlaggebend für dieses System war letztendlich die Erfahrung eines Berufskollegen und die eigene Information über die Fachpresse“, berichtet Högner.

„Der Doppelrotor gewährleistet einen äußerst schonenden Drusch. Ich fahre mit 0,5 bis maximal 1 Prozent Verlusten. Auch die Strohqualität ist, wenn das Getreide trocken gedroschen und das Stroh trocken gepresst wurde, durchaus gut. Pflugloser Ackerbau ruft förmlich nach dem Rotor“, ist der Landwirt überzeugt. Den Umbau auf das Mähsystem von Schumacher habe dann der Sohn übernommen, berichtet er und ergänzt: „Die Messer mit den im Wechsel oben und unten angeordneten Schnittkanten haben seither ihre Nehmerqualitäten eindrucksvoll bewiesen“.

Die letzte Ernte hat Bernhard Högner nämlich zu einem echten Fan dieses Systems werden lassen. Er erzählt: „Auf den biologisch bewirtschafteten Flächen eines Kundenbetriebs wie in den eigenen pfluglosen Beständen überzeugt die Schumacher-Technik seit dem ersten Tag voll und ganz. Das ist gut für das Nervenkostüm! Gerade mit dem jeweils höheren Unkrautbesatz und den zum Teil feuchteren Beständen geht nichts über einen verlässlichen Schnitt. Obendrein steckt das System auch den Kontakt mit einmal aufgeschobener Erde viel besser weg. Dennoch ist der Verschleiß deutlich geringer als bei der zuvor montierten Originaltechnik“, berichtet der Landwirt von den guten Erfahrungen der ersten „Schumacher-Saison“.

Motivation aus vielen Quellen

Funktionierende Technik zu haben und sich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren zu können, das mache schon richtig Spaß. Motivation und Zufriedenheit bezieht Bernhard Högner auch aus den ersten erfolgreichen 15 Jahren Mulchsaat und den selbst in Fahrgassen zahlreichen Regenwurmgängen. Darüber hinaus bestätigen ‘harte Fakten‘, dass er und seine Kollegen in der Region gute Arbeit leisten. „In einem Pilotprojekt sind wir eine Kooperation mit der Wasserwirtschaft eingegangen, an der auch sechs Bürgermeisterämter aus umliegenden Gemeinden beteiligt sind. Der aktuelle Wert von 15,7 mg/l Nitrat im Rohwasser ist wohl ein guter Beleg dafür, wie umweltschonend wir wirtschaften“, betont er zufrieden.

Aber auch die kleinen Dinge des Lebens, wie die regelmäßigen Spaziergänge mit dem Hund durch die Felder, motivieren immer wieder neu. „Ab und an schaffe ich es sogar, mit meiner Harley eine Runde von zwei oder drei Stunden zu drehen, ganz gemächlich, damit ich die wunderschöne Gegend genießen kann, in der wir leben“, sagt Bernhard Högner. Und dann ist er auf dem Sprung, um die diesjährige Ernte zu beginnen.